Warum „unverpackt“ keine Lösung ist
Ließe sich die Umwelt nicht am besten schützen, wenn man ganz auf Verpackung verzichtet? In vielen Fällen ist die Antwort ein klares „Nein“. Ohne geeignete Verpackung kommt es häufiger zu Transportschäden oder Verderb – und in vielen Ökobilanzen wiegt dieser Ausschuss deutlich schwerer als die Verpackung selbst.
Dann vielleicht lieber Glas oder Metall, die sich immer wieder recyceln lassen? Diese Materialien sind nicht für alle Produkte gleich sinnvoll – und selbst wenn ist ihre Ökobilanz nicht automatisch besser: Hohe Schmelztemperaturen und das hohe Gewicht können zu vergleichsweise ungünstigen Emissionen bei Wiederverwertung und Transport führen.
Deshalb setzen wir auf Monokunststoff, Karton und Papier
Leichte, sortenreine und gut recyclingfähige Materialien sind häufig die beste Lösung – ökologisch wie praktisch. Genau darauf zielt unsere Entwicklung ab: Verpackungen, die Produktschutz, Markenauftritt und Materialkreislauf in Einklang bringen – und die wir gemeinsam mit Ihnen auf Ihren konkreten Anwendungsfall zuschneiden. Im Anschluss erfahren Sie mehr über unsere Materialkreisläufe.
Kunststoffe im Kreislauf

Kunststoffverpackungen können grundsätzlich sehr gut recycelt werden – vorausgesetzt, sie sind recyclinggerecht gestaltet. Problematisch sind vor allem Verbunde aus verschiedenen Kunststoffen oder Materialkombinationen, die sich nur schwer trennen lassen und daher häufig verbrannt oder zu minderwertigen Mischgranulaten verarbeitet werden.
Die Hans Schönleben GmbH setzt deshalb konsequent auf:
- Sortenreine Kunststoffe, die stofflich gut verwertbar sind
- Hohe Rezyklat-Anteile: Unsere Ausgangsfolien enthalten je nach Material rund 20–80 % Recyclinganteil, häufig aus Produktionsresten
- Design for Recycling: so wenig Material und Komplexität wie möglich – etwa durch reduzierte Wandstärken, optimierte Verschlüsse und den Verzicht auf unnötige Einleger, Etiketten oder Clips
Sortenreine Kunststoffverpackungen können nach Gebrauch in geeigneten Systemen wieder zu Granulat verarbeitet werden. Aus diesem Rezyklat lassen sich je nach Qualität und Anwendung erneut hochwertige Verpackungen oder vergleichbare Produkte herstellen – Downcycling wird so deutlich reduziert.
Papier, Karton und Graspapier
Papier- und Kartonverpackungen können – je nach Einsatzgebiet – eine gute Alternative sein. Sie bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen, transportieren eine klare Nachhaltigkeitsbotschaft und lassen sich hervorragend bedrucken. Gleichzeitig sind sie bei gleicher Schutzwirkung aber auch schwerer als viele Kunststoffverpackungen, was den Transportaufwand erhöht.
Ein besonders ressourcenschonender Ansatz in unserem Programm ist Graspapier – eine in Deutschland entwickelte Innovation. In vielen Anwendungen ist es unsere nachhaltigste Verpackungsoption. Wie unsere Kunststoffverpackungen sind auch unsere Papier- und Kartonverpackungen vollständig recyclingfähig. Sie können einfach über das Altpapier entsorgt werden, aus dem anschließend wieder neue Verpackungen oder andere Papierprodukte entstehen.

Mischmaterialien und Design for Recycling

Mischmaterialien werden vor allem dann zum Problem, wenn sie sich in der üblichen Recyclinginfrastruktur nur schwer oder gar nicht trennen lassen.
z. B. Pappeinleger in Kunststoffetuis, die der Verbraucher leicht getrennt im Altpapier und im Gelben Sack entsorgen kann.
fest verklebte Kombinationen aus unterschiedlichen Kunststoffen oder mit Aluminium – sie werden in der Sortierung häufig aussortiert und verbrannt. Eine positive Ausnahme sind Getränkekartons, für die es etablierte Recyclingsysteme gibt.
Grundsätzlich gilt: Je einfacher und sortenreiner ein Materialstrom, desto besser sind die Recyclingchancen.
Deshalb achten wir bei der Entwicklung unserer Verpackungen auf:
Ein ehrlicher Blick auf Rohstoffe
Ganz ohne Primärrohstoffe kommt heute weder die Papier- noch die Kunststoffproduktion aus. Ein gewisser Anteil neuer Rohstoffe ist notwendig, um Qualität und Funktion dauerhaft sicherzustellen. Unser Ziel ist es, diesen Anteil so gering wie möglich zu halten.
Und was ist mit kompostierbaren Kunststoffen? Das klingt zunächst attraktiv, in der Praxis funktionieren sie jedoch oft nicht wie erwartet: In den üblichen Entsorgungswegen zersetzen sie sich häufig nicht schnell oder vollständig genug. Im Kunststoffabfall stören sie zudem etablierte Recyclingströme und lassen sich in der Regel nicht mehr zu neuen Kunststoffen aufbereiten.
Gemeinsam die beste Lösung finden
Wir beraten Sie zur optimalen Verpackungslösung – auf Wunsch auch im Rahmen von Mitarbeiterschulungen. Grundlage ist eine klare Checkliste mit Fragen wie:
- Wie viel Schutz benötigt das Produkt?
- Welche Nachhaltigkeitsziele werden verfolgt?
- Wie sieht das bestehende Sortiment aus?
- Welche Informationen müssen auf die Verpackung?
- Welche Außenwirkung ist gewünscht?
- Welche Materialien sind technisch überhaupt möglich?
- Wie sieht die Gesamtbilanz eines Materials inklusive Transport und Recyclingaufwand aus?

